Es war einmal....

 

Früher war alles besser, früher war alles gut, da hielten alle noch zusammen, die Bewegung hatte noch Wut.

Diesen Song singen die Toten Hosen schon seit den frühen 1980ziger Jahren. Ich bin seit nun mehr als 15 Jahren auch in einer Bewegung von Straßenzeitungsverkäufern unterwegs. Während dieser Zeit habe ich schon so manches an Merkwürdigkeiten erlebt. Aber unter uns Verkäufern lief es immer korrekt ab, jeder hatte seinen eigenen Stellplatz und der war ihm gegönnt und sozusagen heilig. Ich stand schon an so manchem Einkaufsmarkt und eigentlich hatte ich nie Probleme mit anderen meiner Zunft. Vor etwa 4 Jahren las ich in der Straßenzeitung einen Nachruf  von dem verstorbenen  Verkäufer  vor dem Lebensmittelmarkt am Grünewald. Also ergriff ich die Möglichkeit und fragte dort den zuständigen Marktleiter ob ich ab jetzt dort die Zeitung zum Verkauf anbieten könnte.

Ich hatte mir gerade frisch die Haare vom Kopf rasiert. Auf meinem Hinterkopf war nur noch  ein 3 Millimeter Haaransatz in Form eines Christlichen Kreuzes in roter Farbe zu sehen. Nachdem ich mich vorgestellt hatte und dem mir noch fremden Herrn mein Anliegen mitgeteilt hatte, legte der Marktleiter seine rechte Hand übers Kinn und sagte: „Hmm, in Ordnung, wir versuchen das, machen sie mal und wir sehen dann weiter ob es so bleiben kann“. Mir fiel ein Stein, ach was rede ich, ein ganzer Felsen von meinen Schultern. War es doch schon lange mein Wunsch an diesen Platz einmal meine Zeitungen mit meinen Flyern, die ich immer dazu gebe, zu verkaufen. Ich hatte sogar mal im Gebet zu Jesus gesagt: „Herr, wenn der Platz dort einmal frei wird will ich den haben und dir dort die Ehre geben und den Menschen die da einkaufen, von dir erzählen. Und Preis den Herrn, er, Jesus hatte wohl den gleichen Plan. Mein Gebet ist von ihm erhört worden. Und es war ein genialer Platz in meiner Heimatstadt, den Menschen von meinem Glauben zu erzählen.

Wie in dem von mir oben geschriebenen ersten Satz zu erahnen ist,  wollten mir zwei Geschwister die auch die Fifty – Fifty verkauften, meinen Platz vor dem Laden  nun streitig machen. Unter uns Verkäufer ist dieses Verhalten aber eigentlich absolut tabu und geht gar nicht. Sozusagen ein No – Go, man nimmt einem anderen die Kundschaft nicht weg. Zumal die Beiden genau wussten, dass der Marktleiter nicht mochte, das sie dort stehen. Doch das schien sie nicht zu stören, sie stellten sich einfach immer wieder dorthin. Oft stand einer der Geschwister schon morgens wenn ich kam an meinem Platz. Nach vielem hin und her, Gezeter und Trara, das immer nerviger wurde, verließ sie oder er dann den Platz. Doch wenn ich mittags wieder ging, stand ruck-zuck wieder einer der beiden dort.

Jedenfalls so lange bis sie von den Angestellten bemerkt und dann wieder weggeschickt wurden. Weil  es wohl schon öfter solche oder ähnliche Probleme gegeben hatte, wurden jedem Verkäufer seine Ausweisnummer auf die Zeitungen gedruckt. Falls sich jemand beschweren will brauchte er sich nur die Nummer merken und kann so die Redaktion informieren. Diese weis dann direkt Bescheid, mit wem sie zu sprechen hat und kann ganz einfach die Probleme lösen. Als ich eines Morgens wieder zum Kaufpark kam, stand wieder einmal der junge Mann im Eingang und bot die Zeitung zum Verkauf an. Als er mich bemerkte nahm er direkt seinen Ausweis von der Jacke ab und verdeckte auch die Nummer auf seiner Zeitung. Als ich dann nach seiner Tasche griff, in deren Außenhülle auch immer eine Zeitung steckt, wurde er echt frech. Ich bat ihn mir seine Nummer zu geben, weil wir beide etwas zu klären hätten und ich wissen müsste mit wem ich es zu tun habe. Doch er ballte nur seine Faust und drohte mir auch noch Prügel an. Er meinte sogar  wir sollten vor die Tür gehen und das doch draußen klären. Als ich mit meinem Handy ein Foto, zwecks Wiedererkennung von ihm machen wollte, schlug er mir dieses aus der Hand. Ich sammelte die Einzelteile dann wieder auf. ging in den Laden um mir wie fast jeden Morgen einen Kakao zu kaufen. Als ich wieder zurück kam, war er verschwunden.  Ich hatte schon einige Male meinen Unmut über die Beiden Geschwister geäußert und  die Verantwortlichen, der Straßenzeitung, schienen auch Verständnis zu zeigen. Sie wollten mit ihnen reden und die Sache klären. Wenn es so weiter geht, solle ich mich wieder melden.

Als es mir Tage später echt zu bunt wurde, rief ich die Redaktion von der Straßenzeitung in Solingen an. Der Mann am anderen Ende der Leitung schien plötzlich eine andere Meinung zu vertreten. Er sagte mir, der Platz vor dem Kaufpark wäre ja wohl ein öffentlicher und da könnte ja stehen wer wollte und die Geschwister hätten gesagt sie dürften dort stehen. Wir sollten das doch auch unter uns klären. Wenn der Marktleiter einen von uns dort nicht stehen haben wollte müsste er die Polizei rufen. Langsam reichte es mir und ich fuhr am nächsten Tag in die Redaktion. Aber dort ging die Debatte genauso frustrierend weiter. Sie schienen mir wohl nicht zu glauben dass der Marktleiter nur ein und denselben Straßenzeitungsverkäufer dulden würde. Ich sagte ihnen: „Wenn das dort so weiter geht, darf bald keiner mehr da stehen und nur ich werde dann der Dumme sein, weil ich mich an das halte was mir gesagt wird. Die beiden Anderen scheinen sich ja an nix zu halten, was ihnen gesagt wird. Es ist doch wohl in erster Linie eure Aufgabe, unter den Verkäufern zu vermitteln und für Ruhe zu sorgen“. Sie argumentierten, dass sie alle Verkäufer gleich behandeln müssten. Ich verstand nur noch Bahnhof! Die bedrohen mich, schrecken nicht davor zurück euch zu belügen und ihr redet von Gleichbehandlung. Diesen Leuten ist scheinbar nicht beizukommen mit guter Zurede. Sie hören euch hier brav zu was ihr ihnen sagt, und machen dann doch wieder was sie wollen. Sie bräuchten vielleicht mal einen Monat Verkaufsverbot um zu lernen, was sich gehört und wie man miteinander umgeht.

Das mochten die Anwesenden nun aber gar nicht hören. Ich sollte es doch bitte ihnen überlassen wie sie ihre Arbeit machen. Und außerdem machen ja alle Verkäufer schließlich Sachen die man eigentlich nicht dürfte. Ich z.B. würde ja auch diese Flyer verteilen, das wäre ja auch verboten. Außerdem, sei ich doch Christ, und gerade ich müsste doch Mitleid mit den armen Roma haben und Nächstenliebe üben. Ich sagte: „Moment mal, ich bin zwar Christ, also mit Jesus unterwegs, aber ich bin nicht blöd und lass mir meinen „Arbeitspatz“ so ohne weiteres streitig machen“. Und meine Flyer sind bei vielen meiner Kunden sehr begehrt, ja sie freuen sich jeden Monat darauf, etwas neues über Jesus, von mir zu lesen. Meinen Glauben lebe ich nicht im Namen der Zeitung,  die Fifty-Fifty hat überhaupt nix damit zu tun. Welche Art von Glaubensleben ein Mensch führt ist in Deutschland zum Glück noch frei wählbar, und über das was in meinen Herzen lebt zu sprechen, ist ein ganz normales Ding!

Mir wurde es dann doch ein wenig zu dumm, unsere Unterhaltung auf diesem Niveau fortzusetzen. Ich sagte ihnen noch, dass das so nicht weiter geht, da muss sich auf jeden Fall etwas ändern. Der Wortführer, der Redaktionsleute sagte mir dann, man könnte jetzt auf die Schnelle gar nix  ändern, würden es aber bei der nächsten Teamsitzung ansprechen. Ich fuhr dann wieder zum Kaufpark um die Straßenzeitung zum Verkauf anzubieten. Als ich den Marktleiter das nächste Mal traf, sprachen wir über die Vorfälle mit den „Ungebetenen Gästen“ und der Herr vom Einkaufsladen beruhigte mich:  „Mach dir keine Sorgen, wenn es dann so sein soll, holen wir eben beim nächsten Mal die Polizei, dann ist das halt so!“

Ich dachte mir nur, okay, wenn sie das so locker sehen und sagte: Thanks Jesus! Ich weiß ja, bei dir bin ich geliebt, gewollt und in Sicherheit. Ja es bewahrheitet sich immer öfter in meinem Leben, seit ich mit Jesus verbunden bin, habe ich bei den Menschen schon oft ihre Gunst gefunden. Es ist wohl tatsächlich eine Wahrheit der Bibel, die da sagt: „Wohin ich auch komme verbreitet sich die Erkenntnis Gottes wie ein angenehmer Duft, dem sich niemand entziehen kann!“ 2. Korinther 2, 14-16             

Du bist einfach der aller Beste, mein herrlicher Jesus Christus und ich kann sagen;

I´am the richest one in the hole wide world, because only of you, Jesus! Halleluja!!!!!                                 juergen@kultshockk.de